Strafgesetz des Königreichs Camlann (Neufassung vom 11. Dezember 1186)

§ 1 Zweck des Strafgesetzes

(1) Das Strafgesetz beschreibt Straftaten gegen Krone, Reich und Volk.

(2) Das Strafgesetz regelt die rechtliche Bewertung und Aburteilung von Straftaten nach §1 (1).

(3) Straftaten nach § 1 (1) bedürfen einer gerichtlichen Bewertung und eines der Bewertung entsprechenden Urteils.

(4) Strafgerichte sind nach der Prozessordnung des Königreichs Camlann zu bilden und haben ebendieser Prozessordnung entsprechend zu folgen.

(5) Früher abgefasste strafrechtliche Regelungen verlieren mit der Verkündung mit dem Inkrafttreten dieser Fassung ihre Gültigkeit. Die Strafprozessordnung und Militärstrafrecht bleiben hiervon ausgenommen.

(6) Für alle nachfolgend genannten Straftaten gilt, dass auch der erfolglose Versuch eine Straftat zu begehen jeweils strafbar ist.

(7) Straftaten sind einzeln zu bewerten, in Tatmehrheit begangene Straftaten sind kummulativ nach den Einzelstrafmaßen zu bestrafen.

(8) Sind Mindeststrafen vorgeschieben, so hat das Gericht mindestens diese zu verhängen, sofern das Gericht den Angeklagten schuldig spricht.

(9) Von vorgeschriebenen Strafen außer Mindeststrafen darf abgewichen werden, wenn die Verhängung einer anderen Strafe von der Schwere gleichwertig ist und ein geeigneterer Sühnezweck damit erreicht werden kann.

(10) Die Krone steht über dem Gesetz; übernimmt die Krone selbst den Vorsitz eines Gerichtes so ist sie ist in Verfahrensweise, Urteilsfindung und Strafbemessung frei.

(11) Insbesonderer Verbrechen gegen die Krone und den Hochadel erfordern besonders schwere Strafen, um die gottgegebene camlannische Grundordnung aufrecht zu erhalten.

 

I. Straftaten gegen die Krone, das Reich und das gesamte Volk

§ 2 Begriffserklärung

Straftaten gegen die Krone, das Reich und das gesamte Volk sind Verbrechen, die geeignet sind, um Bestand und Sicherheit der Krone, der Kroninstitutionen und der königlichen Gesamtordnung oder die Sicherheit des Reiches oder von Reichsteilen zu gefährden, oder die Sicherheit der Gesamtheit des Volkes und dessen Bestand und Wohlergehen zu gefährden.

§ 3 Verrat

(1) Wer Geheimnisse, welche ihm von der Krone oder deren Bevollmächtigten vertrauensvoll zur Kenntnis gegeben wurden, weitergibt, ohne dazu ermächtigt worden zu sein, begeht Verrat und ist mit Enteignung und schwerem Kerker zu bestrafen.

(2) Ebenso begeht Verrat, wer durch seine Handlungen oder Unterlassungen Feinde der Krone und oder des Reiches begünstigt, und ist gemäß § 2 (1) zu bestrafen.

(3) Hochverrat begeht, wer durch Handlungen oder Unterlassungen nach § 2 (1 und 2) Krone und Reich oder deren Organe gefährden, und ist mit dem Tode zu bestrafen.

(4) Ebenso nach § 2 (1) oder § 2 (2) oder § 2 (3) ist zu bestrafen, wer ebensolche Handungen Dritter begünstigt oder davon Kenntnis hat und nicht unverzüglich die Sicherheitskräfte des Reiches hierüber informiert.

 

§ 4 Aufruhr, Rebellion und Meuterei

 

(1) Wer durch sein Reden, durch die Verbreitung von Schriften, durch Aufforderung Dritter oder anderen Handlungen dazu beiträgt, das gottgegebene und gottgewollte Vertrauen in die Krone oder deren Bevollmächtigte zu erschüttern ist als Aufrührer mit schwerem Kerker zu bestrafen.

 

(2) Ebenso des Aufruhrs schuldig ist jeder, der einen Straftäter nach § 3 (1) gewähren lässt oder seinen Aufforderungen folgt und ist gemäß § 3 (1) abzuurteilen.

 

(3) Wer durch sein Handeln gemäß § 3 (1) nachweislich Dritte zu Unmutsäußerungen oder Handlungen gegen die Krone oder deren Bevollmächtigte erfolgreich ermutigt, macht sich der Rebellion schuldig und ist der Hinrichtung zuzuführen.

 

(4) Ebenso der Rebellion schuldig ist jeder, der einen Straftäter nach § 3 (3) gewähren lässt oder seinen Aufforderungen folgt und ist gemäß § 3 (3) abzuurteilen.

 

(5) Der Meuterei macht sich schuldig, wer als Adliger, Ritter, Soldat oder Stadtwache sich weigert seine rechtmäßigen Vorgesetzten anzuerkennen und deren Befehle zu befolgen und ist mindestens mit schwerem Kerker zu bestrafen.

 

(5) Ebenso nach § 3 (1) oder § 3 (2) ist zu bestrafen, wer ebensolche Handungen Dritter begünstigt oder davon Kenntnis hat und nicht unverzüglich die Sicherheitskräfte des Reiches hierüber informiert.

(6) Wer Handlungen begeht, welche dazu geeignet sind Zweifel in in Krone oder deren Kanzleien zu säen, zu festigen oder zu verstärken, der ist gemäß § 3 (1) dieses Gesetzes zu behandeln.

 

 

§ 5 Sabotage

 

(1) Wer Veränderungen oder Beschädigungen an Sachen, Einrichtungen oder Ordnungen vornimmt, und damit die Funktionalität der königlichen Ordnung des Reiches oder die Sicherheit von Krone und Reich gefährdet, lähmt, behindert, verzögern, stört oder außer Betrieb zu setzt, wird als Saboteur mit dem Tod bestraft.

 

(2) Ebenso nach § 5 (1) ist zu bestrafen, wer ebensolche Handungen Dritter begünstigt oder davon Kenntnis hat und nicht unverzüglich die Sicherheitskräfte des Reiches hierüber informiert.

(3) Besonders schwer ist zu bestrafen, wer durch die gemäß § 5 (1) dieses Gesetzes genannten Handlungen, Leib oder  Leben der Krone oder deren  kanzlarischen Beauftragten gefährdet, oder die Verteidigungsfähigkeit des Reiches gefährdet, lähmt, behindert, verzögern, stört oder außer Betrieb zu setzt. In diesem Fall ist die Todesstrafe auf besonders schwere Art zu vollziehen.

 

 

§ 6 Anmaßung und Hochstapelei

 

(1) Wer sich als ein Anderer ausgibt als er in Wirklichkeit ist, der macht dich der Anmaßung schuldig und bekommt ein Sühnegeld auferlegt.

 

(2) Wer zu Unrecht behauptet einen Zunfttitel innezuhaben, der macht sich der schweren Anmaßung schuldig und bekommt ein hohes Sühnegeld oder Kerkerhaft auferlegt.

 

(3) Der Hochstapelei macht sich schuldig, wer sich als Bevollmächtigter der Krone ausgibt und wird mit schwerer Kerkerhaft bestraft.

 

(4) Der schweren Hochstapelei macht sich schuldig, wer sich zu Unrecht als Adliger ausgibt, oder zu Unrecht behauptet einen höheren Adelstitel innezuhaben oder sich zu Unrecht als Angehöriger des Thronrates oder des Kronrates ausgibt, und wird mit besonders schwerem Kerker oder den Tode bestraft. Sein Vermögen und Eigentum ist einzuziehen.

(5) Angehörige anderer Reiche werden nach § 6 (1)-(4) dieses Gesetzes vorläufig solange gemäß deren Selbsbehauptung anerkannt, bis durch die königlich-camlannische Prüfungskommission bestehend aus den kanzelarischen Beauftragten der Krone die Unwahrheit des Selbstbehauptung verkündet. Die Verkündung der Unwahrheit der Selbstbehauptung kann den Reichsbann, die Reichsacht oder Bestrafung nach § 6 (1)-(4) dieses Gesetzes nach sich ziehen.

 

 

§ 7 Gotteslästerung

 

(1) Wer sich mit Wort oder Tat lästerlich gegen Gott vergeht wird mit öffentlicher Geißelung bestraft.

 

(2) Wer sich in Wort oder Tat zum wiederholten Mal lästerlich gegen Gott vergeht wird mit dem Feuer geläutert.

 

(3) Ebenso mit dem Feuer geläutert wird, wer Irrlehren über Gott und das Christentum verbreitet.

 

 

§ 8 Hexerei

 

Wer sich der schwarzen Magie bedient oder mit dem Teufel buhlt oder andere dazu verleitet sich der schwarzen Magie zu bedienen oder mit dem Teufel zu buhlen, der ist nach Schwere der Schuld mit Schmerz oder Feuer zu läutern.

 

 

§ 9 Respektlosigkeit und Ungehorsam

 

(1) Wer einem rechtmäßgen Vorgesetzten oder Höherstehendenden zustehenden Respekt verweigert, der wird mit Kerker oder Sühnegeld bestraft.

 

(2) Wer einem Hochadligen den zustehenden Respekt verweigert, der wird mit schwerem Kerker oder hohem Sühnegeld oder Enteignung bestraft.

 

(3) Ebenso mit schwerem Kerker oder hohem Sühnegeld oder Enteignung wird bestraft, wer einem rechtmäßgen Vorgesetzten oder Höherstehenden den Gehorsam verweigert.

 

(4) Mit dem Tode wird bestraft, wer in Kriegszeiten oder in Zeiten der Gefahr einem rechtmäßgen Vorgesetzten oder Höherstehenden den Gehorsam verweigert.

 

 

§ 10 Feigheit

 

(1) Wer in Erfüllung von Befehlen oder Anweisungen der Krone oder deren Bevollmächtigten aus Furcht vor persönlichen Nachteilen zurückweicht, wird mit Sühnegeld bestraft.

 

(2)  Wer in Erfüllung von Befehlen oder Anweisungen der Krone oder deren Bevollmächtigten aus Furcht vor persönlichen Nachteilen zurückweicht, und damit billigend einde Gefahr für Krone und Reich in Kauf nimmt wird mindestens mit schwerem Kerker bestraft.

 

(3) Wer als Soldat oder Ritter angesichts von Gefahr für Leib und Leben und somit in Pflichtvergessenheit zurückweicht, wird mindestens mit Entehrung und schwerem Kerker bestraft.

 

(4) Wer als Soldat oder Ritter angesichts von Gefahr für Leib und Leben und somit in Pflichtvergessenheit zurückweicht, und dabei billigend Gefahr für die Krone, das Reich oder das Volk in Kauf nimmt, wird mit der Entehrung, der Enteignung und dem Tode bestraft bestraft.

 

 

§ 11 Beleidigung

 

(1) Wer durch Wort oder Tat einen Adligen beleidigt, dem wird ein hohes Sühnegeld auferlegt.

 

(2) Wer durch Wort oder Tat einen Hochadligen beleidigt, der wird mit schwerem Kerker und Enteignung bestraft.

 

 

§12 Faulheit und schlechte Arbeit

 

(1) Wer auferlegte Arbeiten mangelhaft, unvollständig oder zu langsam erledigt, dem wird ein Sühnegeld auferlegt.

 

(2) Wer auferlegte Arbeiten wiederholt mangelhaft, unvollständig oder zu langsam erledigt, wird zu Zwangsarbeit im Steinbruch nicht unter drei Jahren bestraft.

 

(3) Stellt die bemängelte zu erledigende Arbeit ein Dienst an der Krone oder für deren Bevollmächtigte dar, so wird zusätzlich der Besitz und das Vermögen eingezogen.

 

 

§ 13 Falsches Zeugnis

 

(1) Wer auf Befragung eines Höherstehenden falsches Zeugnis ablegt, dem ist ein Sühnegeld aufzuerlegen.

 

(2) Wer gegenüber einem Adligen falsches Zeugnis ablegt, dem ist ein hohes Sühnegeld aufzuerlegen.

 

(3) Wer gegenüber einem Hochadligem falsches Zeugnis ablegt, der ist zu enteignen.

 

(4) Wer vor Gericht falsches Zeugnis ablegt, der ist mit schwerem Kerker zu bestrafen.

(5) Wer vor Gericht falsches Zeugnis ablegt, das geeignet ist einen Unschuldigen oder minder Schuldigen derart zu belasten, dass dieser mit Strafe bedroht ist, so ist der Verleumder mit der Enteignung seines Besitzes und Vermögens zu bestrafen, der öffentlichen Auspeitschung, der Reichsacht und dem Aussetzen auf einem Floß auf hoher See.

 

(6) Wer durch Ablage von falschem Zeugnis den Feind begünstigt oder die Krone oder ihre Bevollmächtigten oder die Sicherheit des Reiches gefährdet, der ist mit dem Tode durch Vierteilung zu bestrafen.

 

§ 14 Falschmünzerei

 

Wer Münzen und Zahlungsmittel fälscht, oder gefälschte Münzen und Zahlungsmittel vervielfältigt, oder gefälschte Münzen und Zahlungsmittel in Umlauf bringt oder als Zahlungsmittel missbraucht, der wird mit Enteignung und Kerker bestraft.

 

§ 15 Wilderei

 

(1) Wer ohne königliche Genehmigung auf camlannischen Boden jagt, und erjagtes Getier ganz oder in Teilen für die Eigennutzung oder zur Veräußerung zu verwenden erachtet, macht sich der Wilderei schuldig und wird mit Enteignung und öffentlicher Auspeitschung bestraft.

 

(2) Gleiches gilt für das Sammeln von Holz, Pflanzen und Pflanzenteilen, Kräutern oder Pilzen.

 

(3) Genehmigungen für verschiedene Arten der Jagd oder des Holz-, Pflanzen-, Kräuter- oder Pilzsammelns sind auf Dauer oder für den Einzelfall beim Sheriff zu erbitten.

 

 

§ 16 Beschädigung des Ansehens von Krone, Reich oder Volk

 

(1) Wer ohne königlichem Auftrag Handlungen vor Fremden oder außerhalb des camlannischen Territoriums begeht, die geeignet sind das Ansehen von Krone, Reich oder Volk zu schädigen, der ist zu bestrafen.

 

(2) In schweren Fällen und im Wiederholungsfall ist die Mindeststrafe eine zeitlich befristete Verbannung und Enteignung.

 

 

II. Straftaten gegen Einzelpersonen oder Personengruppen

 

§ 17 Begriffserklärung

 

Straftaten gegen Einzelpersonen oder Personengruppen sind Verbrechen, die geeignet sind Einzelpersonen und einzelne Gruppen innerhalb der Volkes zu beeinträchtigen oder zu schädigen.

 

§ 18 Tötung

 

(1) Wer einen Camlannen ohne königlichen Auftrag tötet ist nach der schwere der Schuld und gemäß dem Strafkatalog im Teil III. dieses Strafgesetzes zu bestrafen.

 

(2) Gleiches gilt, wer ohne königlichen Auftrag einen Fremden auf camlannischen Boden tötet.

 

(3) Gleiches gilt auch, wenn die Tat unter Verwendung von Gift begangen wurde.

 

 

§ 19 Beschädigung

 

(1) Wer ohne königlichen Auftrag einen Camlannen körperlich beschädigt, ist vom Gericht nach schwere der Tat und Schuld und gemäß dem Strafkatalog im Teil III. dieses Strafgesetzes zu bestrafen.

 

(2) Gleiches gilt, wer ohne königlichen Auftrag einen Fremden auf camlannischen Boden ohne königlichen Auftrag beschädigt.

 

(3) Gleiches gilt auch, wenn die Tat unter Verwendung von Gift begangen wurde und mindestens zu zeitweiliger Beschädigung führte.

 

(4) Wer ohne königlichen Auftrag die Sachen eines Camlannen beschädigt hat diesem gegenüber vollumfänglich Ersatz zu leisten und für Schäden, welche der Ausfall hervorruft, Schadenersatz in Geld oder Gold zu leisten.

 

(5) Gleiches gilt, wer ohne königlichen Auftrag Sachen eines Fremden auf camlannischen Boden beschädigt.

 

 

§ 20 Diebstahl, Raub und Unterschlagung

 

(1) Wer ohne königlichen Auftrag und ohne Erlaubnis des Eigentümers Sachen an sich nimmt, die ihm nicht gehören, der begeht einen Diebstahl und ist gemäß dem Strafkatalog im Teil III. dieses Strafgesetzes zu zu bestrafen.

 

(2) Wer ohne königlichen Auftrag und ohne Erlaubnis des Eigentümers Sachen an unter Androhung oder Anwendung von Gewalt sich nimmt, die ihm nicht gehören, der begeht einen Raub und ist gemäß dem Strafkatalog im Teil III. dieses Strafgesetzes schwer zu bestrafen.

 

(3) Die Sätze (1) und (2) gelten auch, wenn ein Camlanne einen Fremden auf camlannischem Territorium bestiehlt oder beraubt.

 

(4) Auch das Aussprechen einer Bedrohung ohne königlichem Auftrag zur Erlangung einer bestimmten Handlung des Bedrohten ist in diesem Sinne strafbar.

 

(5) Der Wiederholungsfall der Sätze (1), (2) oder (3) beschreibt das Verbrechen der Wegelagerei und ist mit dem Tode zu bestrafen.

 

(6) Wer Gelder oder Sachen veruntreut, die ihm anvertraut wurden, ist wie ein Dieb gemäß § 20 (1) zu bestrafen.

 

(7) Ein besonders schwerer Fall liegt vor, wenn königliches Eigentum veruntreut wird und ist gemäß dem Strafkatalog im Teil III. dieses Strafgesetzes besonders hart zu bestrafen.

 

 

§ 21 Üble Nachrede

 

(1) Wer über einen Camlannen oder einen auf camlannischen Territorium befindlichen Fremden schlecht spricht in der Absicht, dessen Ansehen bei Nachbarn und Volk zu beschädigen, ohne dass es für die üblen Nachreden Beweise gibt, der ist an den Pranger zu stellen.

 

(2) Richtet sich die üble Nachrede gegen einen Angehörigen des Adels, dann ist dem Schuldigen die Zunge herauszuschneiden.

 

 

§ 22 Betrug

 

(1) Wer im Rahmen von vertraglichen Vereinbarungen Leistungen verspricht oder leistet, mit der Absicht über die Qualität der Leistung den Empfänger zu täuschen oder sich mit schlechter Leistung oder Leistung minderer Qualität oder durch nicht erbrachte Leistung am Empfänger zu bereichern, ist als Betrüger zu Enteignen und an den Pranger zu stellen.

 

(2) Ein besonders schwerer Fall liegt vor, wenn der Betrug gegenüber einem Adligen versucht oder vollendet wurde.

 

 

§ 23 Ehebruch, Hurerei und Unzucht

 

(1) Die Frau, die vor Gott verheiratet ist und Unzucht mit einen anderen Mann treibt, ist als Hure an den Pranger zu stellen, als Hure zu kennzeichnen und wie eine Hure zu behandeln.

 

(2) Ebenso ist eine ungeehelichte Frau zu behandeln, die mit wechselnden Männern ohne königliche Genehmigung Unzucht begeht.

 

(3) Wer als Mann verbotenerweise zwei oder mehr Ehefrauen hat, der ist zu enteignen und zu verbannen, sein Vermögen wird unter den Ehefrauen aufgeteilt und die Ehen werden ungültig.

 

(4) Wer gleichgeschlechtliche Unzucht begeht oder dazu auffordert, dem hat der Scharfrichter öffentlich die Organe der Unzucht zu entfernen.

 

(5) Ebenso wird bestraft, wer Unzucht mit Tieren vollzieht oder dazu auffordert.

 

 

III. Strafen im Ermessen der Gerichte

 

§ 24 Begriffserklärung

 

Strafen im Ermessen der Gerichte unterliegen dem Rahmen der möglichen zu verhängenden Strafen.

 

§ 25 Todesstrafe

 

(1) Die Todesstrafe kann gnadenvoll oder gnadenlos verhängt werden.

 

(2) Gnadenvolle Todesstrafe liegt vor, wenn der Tod des Verurteilten sanft oder schnell eintritt, also der Schierlingsbecher mit Schlafgift, das Erhängen, die Enthauptung, der Dolchstich in Herz, das Verbluten.

 

(3) Gnadenlose Todesstrafe liegt vor, wenn der Tod des Verurteilten hinausgezögert und von Schmerz begleitet wird, also Verbrennen, Häuten, Rädern, langsames Vierteilen, der Schierlingsbecher mit Eisenhut, Erwürgen.

 

(4) Andere hier nicht genannte Todesarten sind möglich.

 

 

§ 26 Gliedertrennung

 

(1) Gliedertrennungen sollen im Zusammenhang mit der Tat stehen, so wie die Bibel vorschreibt ein Glied zu entfernen, wenn es zur Sünde verleitet.

 

(2) Gliedertrennungen können in Form von Ausrenkungen oder Abtrennungen oder Ausreißungen vorgenommen werden.

 

 

§ 27 Schmerzhafte Läuterung

 

(1) Schmerzen sind das Mittel der Wahl, wenn ein Verurteilter geläutert und auf den rechten Weg zurückgeführt werden soll.

 

(2) Schmerzen können durch vielfältige Art erzeugt werden, sollen aber nicht wie in § 26 beschrieben dauerhafte Schäden zur Folge haben.

 

(3) Bleibende Narben sind hinnehmbar, somit sind Schmerzläuterungen unter Nutzung von Brandeisen, Zangen, Ohrkerbmesser und ähnlichem zulässig.

 

 

§ 28 Kerkerhaft

 

(1) Man unterscheidet einfache Kerkerhaft in einer Zelle mit Tür, und schwerem Kerker, bei dem man in das Angstloch verbracht wird.

 

(2) Einfacher Kerker beinhaltet die Reichung von Speisen und das Recht Besuch zu empfangen.

 

(3) Schwere Kerkerhaft schließt Besuch und alle Nahrung außer Wasser uund Brot aus.

 

 

§ 29 Zwangsarbeit

 

Zwangsarbeit wird für die Dauer der Strafe täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geleistet. Ort und Arbeit legt das Gericht fest.

 

 

§ 30 Verbannung

 

(1) Im Falle einer Vebannung muss der Verurteilte das camlannische Territorium verlassen.

 

(2) Die Verbannung kann dauerhaft oder zeitlich begrenzt ausgesprochen werden.

 

 

§ 31 Enteignung

 

(1) Wird eine Enteignung ausgesprochen, so geht das finanzielle und materielle Vermögen in den Besitz der Krone über.

 

(2) Wurde vom Verurteilten als Tat oder Tatteil ein Schaden verursacht, so kann das Gericht verfügen, dass aus dem eingezogenen Vermögen der Schaden ganz oder teilweise bestritten wird.

 

 

§ 32 Sühnegeld

 

(1) Das Gericht kann als Strafe die Zahlung eines Sühnegeldes an die Krone verfügen.

 

(2) Wurde vom Verurteilten als Tat oder Tatteil ein Schaden verursacht, so kann das Gericht verfügen, dass ein Sühnegeld verhängt wird, aus dem der Schaden ganz oder teilweise bestritten wird.

 

(3) Wurde eine einfache Kerkerhaft gegen einen Adligen verhängt, so kann sich der Beschuldigte für ein Sühnegeld von 100 Caridor je Kerkertag freikaufen.


§ 33 Reichsbann

(1) Wird vom ein Reichsbann ausgesprochen, so hat der Verurteilte für die vom Gericht festgelegte Dauer das Reich bis zum fünften Sonnenaufgang nach Urteilsverkündung verlassen haben.

(2) Wird der Gebannte nach dem fünften Sonnenaufgang nach Verkündung des Reichsbannes noch auf Reichsgebiet angetroffen, so geht der Reichsbann in eine Reichsacht gemäß § 34 dieses Gesetzes über.


§ 34 Reichsacht

(1) Wird die Reichsacht ausgesprochen, so wird der Verurteilte fortan als Geächteter bezeichnet und behandelt und hat jedwede Rechte verwirkt, so dass jedermann den Geächteten straffrei töten oder verstümmeln oder nach belieben verfahren kann, der ihn nach dem auf die Verkündung folgenden Sonnenaufgang antrifft.

(2) Wer einem Geächteten Hilfe gewährt, ihm Unterkunft, Unterschlupf, Kleidung, Nahrung, Geld, Wertgegenstände, Werkzeuge oder sonstige Geld- und Sachleistungen anbietet oder ihm Zuspruch zukommen lässt, wird als Verbrecher gegen die Krone nach § 33 mit dem Reichsbann belegt.

 

 

IV. Schlussbestimmung

 

 § 35 Inkrafttreten dieser Prozessordnung

Diese Prozessordnung tritt vorläufig sofort und endgültig am Tage ihrer Verkündung durch die Krone in Kraft.

 

C l a w i g ô n d e    P l a n t a g e n ê t
Herzogin von Griffindale
Königliche Reichskanzlerin von Camlann und Thule